„Start-up: das ist nicht Auto- oder Zugfahren – das ist Achterbahn, jeden Tag!“ Dr. Ulrich Schoof, genannt Uli, hat das rasante Leben als Gründer von sentibar und CEO ganz bewusst gewählt. Wunsch und Wille, etwas Eigenes von Grund auf zu entwickeln und aufzubauen, trieben ihn bereits um, als er noch Senior Project Manager bei der Bertelsmann Stiftung und Spezialist für internationale Handelsabkommen und ihre Effekte war. Eine ganz andere Welt? „Eine Gemeinsamkeit ist sicher die Art und Weise, wie man Strategien entwickelt, sie in Prozesse umsetzt und diese managt. Doch das mache ich als CEO eines eigenen Unternehmens nun natürlich auch im vollen eigenen Risiko – dafür aber im völlig freien Arbeiten ohne Politik und Vorgaben. Ich agiere frei von Zwängen und bin für alle Fehler, aber auch alle Erfolge direkt verantwortlich. Das ist etwas, das in großen Unternehmen selten so möglich ist“, so Uli.  

Eine überdurchschnittliche Motivation und eine stetig hohe Lernbereitschaft sind die Grundvoraussetzung im Team

Neben der unternehmerischen Freiheit liebt der CEO vor allem die Aufgabe, Menschen zu unterstützen, sie zu motivieren und zu sehen, wie jeder Einzelne an seinen Herausforderungen wächst. Als Grundvoraussetzung bei Mitarbeitern seines Teams sieht Uli daher auch vielleicht noch vor den speziellen fachlichen Fähigkeiten eine überdurchschnittliche Motivation und eine stetig hohe Lernbereitschaft. „Genau diese Einstellung macht auch das sentibar-Team so besonders. Gepaart mit einem echt freundschaftlichen Umgang miteinander ist das die beste Grundlage dafür, etwas zu erreichen und es wirklich gern zu tun“, so seine Überzeugung.

Mit seiner Art, wie er sentibar mitaufgebaut hat und wie er Potentiale in Menschen erkennt und entwickelt, ist der Unternehmer als Mentor in der ostwestfälischen Start-up-Szene sehr gefragt und hier engmaschig vernetzt. Sein Rat für Gründer und junge Unternehmer: es mit der Lean-Start-up-Methode des Silicon Valley-Entrepreneur Eric Ries zu halten und von Anfang an ‚lean‘ zu agieren – insbesondere bei ähnlich digitalen Geschäftsmodellen wie dem von sentibar. „Das bedeutet, in kleinen und stetig validierten Schritten vorzugehen, damit man nicht am Markt oder am Kunden vorbeientwickelt“, erklärt Uli. „Das war noch nie so einfach und gut umsetzbar wie heute – die Herausforderung, das weiß ich aus eigener Erfahrung ist allerdings: man muss es halt nur wirklich beständig und kontinuierlich tun. Wenn ihr das geschafft habt, sagt mir wie …!“

„Lernen ist einer meiner Life-Driver“

Vermutlich wird der umtriebige Manager aber auch bei diesem Detail wieder einmal herausfinden, wie es am besten geht – „Lernen ist einer meiner Life-Driver“, sagt er über sich. Das äußert sich nicht nur in einigen Stationen aus Ulis Lebenslauf - ein Master in Business Administration & Management, ein Master in European Studies und ein ‚PhD‘; dazu Projekte wie ‚European Lifelong Learning Index‘ – auch seine Kollegen können das aus dem Arbeitsalltag wohl bestätigen: „Ich bin ein totaler Tool-Nerd und ‚nerve‘ mein Team mit immer neuen technischen Lösungen, gerade beim Thema Produktivität. Aber auch ganz generell und über das Technische hinaus: ich will stetig neue Erfahrungen sammeln und das Gelernte dann auch zur Anwendung bringen.“

„Bielefeld ist nicht Berlin, das ist klar. Muss es aber auch nicht sein“

So ist es nicht verwunderlich, dass er auch mit sentibars Geschäftsmodell einen neuen Weg bahnt, hin zu einer innovativen, starken Verbindung von Digitalisierung und Content Marketing. „Gerade die Corona-Krise hat es sichtbar gemacht und das Thema nochmal gepusht: die Digitalisierung ist ein entscheidender Faktor für Unternehmen. Sei es nun im Bereich digitale Bildung, Remote Work oder eben auch dort, wobei wir unseren Kunden helfen: die digitale Sichtbarkeit und Interaktionsmöglichkeit von Unternehmen im Rahmen von modernem Content Marketing.“ Diese Entwicklung, die in den kommenden Monaten und Jahren „brutal Fahrt aufnehmen wird“, treibt er aus dem HighTech-Hub in Bielefeld, wo auch sein zweites Digitalunternehmen matchmetrics seinen Sitz hat, mit voran. Digitalisierung made in Ostwestfalen – Uli gibt nichts auf Klischees: „Bielefeld ist nicht Berlin, das ist klar. Muss es aber auch nicht sein“, sagt der Mann, der sich als „im Kern durch und durch Westfale“ bezeichnet.

Etwas, das Uli auch noch auf seiner Lernen-Liste hat, ist es, privat etwas mehr Ausgleich zu seiner doch ziemlich ausfüllenden Arbeit zu schaffen. Die Achterbahn auch mal anhalten und dann „wirklich intensiv Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, zu kochen, Fußball und Tennis zu spielen, zu kiten, zu wandern … Auch das ist ein Ziel - ich arbeite daran!“