Die sozialen Netzwerke, die Nachrichten, ja auch unsere Gedanken werden zurzeit von einem Thema bestimmt: Coronavirus. Marketingverantwortliche und Kommunikatoren in Unternehmen fragen sich aktuell, ob man in dieser Situation, in der es zunächst einmal um nicht weniger als die Gesundheit aller geht und unser gewohntes Leben auf den Kopf gestellt ist, überhaupt noch an Werbung denken darf. Ist Marketing angesichts der aktuellen Herausforderungen Luxus oder gar unmoralisch? Interessieren sich Kunden überhaupt noch für die Mehrwert-Inhalte der Content-Marketer? Soll man auch jetzt damit weitermachen, diese Inhalte aufwändig und kontinuierlich zu generieren?

Es gibt einige gute Gründe, jetzt – und zwar gerade jetzt – die Kommunikation nicht einzustellen. Krisen beinhalten auch immer Chancen. Also: waschen wir uns die Hände, krempeln wir die Ärmel auf und schauen wir uns an, wie wir die Situation aus möglichst konstruktiven Blickwinkeln betrachten können!

5 gute Gründe für Content Marketing während der Corona-Krise

1)  Kontakt halten

Abstand halten, zu Hause bleiben: viele alltägliche, persönliche Kontaktwege, die wir üblicherweise als soziale Wesen schätzen und brauchen, sind auf Eis gelegt. In der Arbeitswelt finden Meetings nicht mehr statt, Messen sind abgesagt. Das Internet und Social Media bieten eine gesundheitlich unbedenkliche (abgesehen vom Konsum dort kursierender Fake News …!) Alternative des In-Kontakt-Bleibens. Darum ist es gerade jetzt wichtig, mit den Kunden im Gespräch zu bleiben, Präsenz zu zeigen und die zum Teil mühsam aufgebaute Nähe zu Followern nicht abreißen zu lassen. Selbst in Branchen, wo die tatsächliche Dienstleistung für den Kunden tragischerweise nicht stattfinden kann, können Sie Ihren Kunden über Inhalte auf der Webseite und auf den Social Media-Kanälen zeigen: Ich bin auch jetzt für Dich da.

2)  Kostensparend agieren

In unterschiedlichem Maße sind gerade viele Unternehmen und Selbstständige damit konfrontiert, dass Umsatz wegbricht. In Zeiten des Umsatzrückgangs muss das Marketingbudget oft als erstes dran glauben. Was an klassischer Werbung nicht bereits gebucht ist, wird es jetzt im Moment wohl auch nicht mehr werden. Anzeigen, Spots & Co. zielen oft auf den kurzfristigen Verkauf – der in einigen Bereichen auch mit den kreativsten Slogans zurzeit einfach nicht stattfinden kann. Hier zeigt sich die besondere Qualität von Content Marketing: es wirkt langsam, aber langfristig. Das heißt, was Sie jetzt im Content Marketing an Energie und Geld investieren, verpufft nicht in der überhitzten Krise, sondern wirkt für und in der Zeit danach. Generell kostet Content Marketing (Inbound) weniger als traditionelles Outbound Marketing. Eine Studie von HubSpot besagt, dass mit Content generierte Leads 61 Prozent weniger kosten.

3)  Sichtbar bleiben

Wer jetzt jegliche Kommunikation einstellt, zum Beispiel die Webseite nicht mehr aktualisiert, den verlässt womöglich nicht nur die Kundschaft, sondern auch das Wohlwollen der Suchmaschine. Vielleicht haben Sie in letzter Zeit SEO-Maßnahmen betrieben, um besser gefunden zu werden. Diese sind verschenkt, wenn Sie Google nun keinen Grund mehr geben, Sie weiterhin anzuzeigen: Wechselnder, einzigartiger und reichhaltiger Content ist das Signal an die Suchmaschine, dass es Sie gibt und man Sie bitte auch auf den vorderen Plätzen der Suchergebnisse anzeigen soll. Verschenken Sie hier keine Sichtbarkeit durch Kopfeinziehen! Das Timing ist gut: da es sowieso immer einige Wochen dauert, bis Google neue Inhalte berücksichtigt, macht es durchaus Sinn, auch jetzt in der Krise zu veröffentlichen. So halten und verbessern Sie Sichtbarkeit für die Zeit danach. Das bringt uns zum nächsten Punkt:

4)  Vorausschauend arbeiten

Niemand weiß genau, wie und wann sich die Lage entwickeln wird. Aber es ist sehr wahrscheinlich: nach der Corona-Krise wird es weitergehen. Auch wenn jetzt in Teilen Zwangsstillstand angesagt sein sollte, kann man mehr tun als abwarten. Content Marketing-Inhalte mit Mehrwert zu erstellen ist eine Menge Arbeit. Und falls jetzt Kommunikationsexperten und Marketingmanager im Home-Office sitzen, kann auch hier die Zeit sinnvoll genutzt werden: Bereiten Sie Inhalte vor. Lassen Sie die Content-Produktion nicht abreißen und Lücken entstehen. Wenn das Business nach der Krise wieder Fahrt aufnimmt, kann man quasi im Galopp gutes Material aus der Schublade ziehen.

5)  Neue Kanäle erschließen

Auch wenn Sie vielleicht noch gezögert haben, eine Facebook-Seite zu erstellen oder auf LinkedIn aktiv zu werden: Durch das Wegfallen der persönlichen Kontakte wird wahrscheinlich unsere Kommunikation noch digitaler werden. Die Tage zu Hause abseits des normalen Alltags sind lang und womöglich einsam – soziale Medien und das Internet sind mehr denn je das Tor zur Welt. Das Wesen von Krisen in Gesellschaften ist oft, dass sie diese nachhaltig verändern. Es ist gut vorstellbar, dass die Digitalisierung und die Öffnung gegenüber digitaler Kommunikation weiter vorangetrieben wird und das auch nach Corona so bleibt. Man denke nur daran, wie rasant sich auf einmal die Möglichkeit zum Online-Unterricht für Schüler entwickelt. Nutzen Sie also vielleicht den Zeitpunkt, Ihre Kommunikation breiter aufzustellen und Social Media weiter für sich zu erschließen.

Nicht nur neue Kanäle, auch altbewährte Marketingtools wie Newsletter oder Whitepaper bekommen in Zeiten physischer Distanz neue Bedeutung, wenn es darum geht, auf anderen Wegen den Kontakt zu Zielgruppen zu halten und wenigstens ein bisschen tun zu können, um wirtschaftliche Schäden abzufedern. Somit ist jetzt gutes Content Marketing in schlechten Zeiten etwas, mit dem Unternehmen, nach den essentiellen Vorsichtsmaßnahmen, zurzeit noch Sinnvolles tun können - für mehr Hoffnung auf die Zeit nach der Krise.